Torhaus-Projekt: Stadt soll Karten auf den Tisch legen

29. Juni 2016  Konstanz

Die LLK-Stadträtin Anke Schwede hat bei der letzten Gemeinderatssitzung eine Anfrage zum Stand des Torhaus-Projekts gestellt. Im Juli letzten Jahres gab der Rat gegen die Stimmen der Linken Liste grünes Licht für den Bau eines weiteren Luxus-Hotels auf der Grünfläche in Petershausen. Die LLK kritisiert die Hotelpläne nicht nur wegen des erneuten Verkaufs eines städtischen Grundstücks an einen Privatinvestor, sondern vor allem auch, weil die Bürgergemeinschaft Petershausen strikt gegen die Bebauung einer weiteren Grünfläche im dichtbesiedelten Petershausen mit einem überflüssigen Luxusprojekt ist. Inzwischen ist fast ein Jahr verstrichen, geschehen ist bisher – nichts. Anke Schwede wollte deshalb Auskunft über die Projektfortschritte und verlangte vor allem Informationen über Einwendungen aus der Bürgerschaft. Baubürgermeister Langensteiner-Schönborn flüchtete sich in seiner Antwort in Allgemeinplätze, behauptete aber, Einsprüche gegen den Hotelbau seien nicht bekannt.

Dies entsprach offensichtlich nicht der Wahrheit, wie aus einer Information der Bürgerinitiative hervorgeht, die uns vorliegt. Demnach hat der Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Petershausen Widerspruch gegen die Erteilung der Baugenehmigung eingelegt, weil zwar die Geschosszahl auf fünf reduziert, zahlreiche weitere gravierende Kritikpunkte und Änderungsvorschläge von Konstanzer BürgerInnen nicht berücksichtigt wurden. Auch weitere AnwohnerInnen haben Einspruch gegen die Baugenehmigung erhoben.

Die Linke Liste fordert die Verwaltung auf, in Sachen Torhaus endlich die Karten auf den Tisch zu legen. Sie muss die Öffentlichkeit umfassend über den Stand des Projekts informieren. Vor allem wollen wir Auskunft darüber, wie mit den Forderungen aus der Anwohnerschaft umgegangen werden soll.

Die Linke Liste kritisiert außerdem ein weiteres Projekt im bevölkerungsreichsten Konstanzer Ortsteil, dessen Realisierung die Stadtverwaltung aktuell forciert. Der sogenannte ASISI-Panoramaturm eines privaten Unternehmers auf dem brachliegenden Grundstück neben dem Bodenseeforum zielt erklärtermaßen darauf ab, weitere Besucherströme nach Petershausen zu lenken. Er würde dem vom Durchgangsverkehr geplagten Stadtteil weitere Belastungen bescheren, die die Lebensqualität der BewohnerInnen einschränken. Statt fragwürdiger Touristenattraktionen und Hotels fehlt es der Bevölkerung in Petershausen an öffentlichen Begegnungsmöglichkeiten, sie braucht mehr Spielplätze, Jugend- und Quartierszentren. – (jüg)


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