Veranstaltung mit Carolus Wimmer: Was ist los in Venezuela?

11. Juli 2017  International

In Venezuela reißen die Auseinandersetzungen zwischen oppositionellen Demonstrierenden und Sicherheitskräften nicht ab. Die Nachrichten, die uns hierzulande vom Geschehen in dem südamerikanischen Land erreichen, berichten von zahlreichen Getöteten und Verletzten. Den Schuldigen haben die Medien im gewählten Präsidenten Maduro ausgemacht: Ein sozialistischer Diktator klammert sich mit brutaler Gewalt an die Macht und lässt die Proteste seiner Bevölkerung niederschlagen, die sich gegen Misswirtschaft, Mangel, Kriminalität und Korruption auflehnt.

Mit diesem einseitigen Blickwinkel wollen wir uns nicht zufriedengeben, denn bei näherem Hinschauen drängen sich Fragen auf. Warum finden die Proteste hauptsächlich in Vierteln der wohlhabenden Mittelschicht statt? Wieso rebellieren die Armen nicht? Welche politischen und wirtschaftlichen Ziele verfolgt die Opposition, außer dem – verfassungswidrigen – Sturz des gewählten Präsidenten? Welche Rolle spielen ausländische Mächte bei den Protesten? Warum erfährt man in den Medien hierzulande fast nichts von den großen Demonstrationen, mit denen Zehntausende immer wieder gegen die rechte Opposition und für den 1999 von Hugo Chávez initiierten und seit 2013 von Nicolás Maduro geführten Reformprozess auf die Straße gehen?

Mit unserer Veranstaltung wollen wir über die Krisensituation in dem südamerikanischen Land berichten, die ökonomischen, sozialen und politischen Interessen der sich gegenüberstehenden Akteure beleuchten und über die Ursachen aufklären, die zu der durch Hyperinflation und Versorgungsenpässe gekennzeichneten desolaten wirtschaftlichen Lage geführt haben.

Wir haben Carolus Wimmer eingeladen, weil er wie kaum ein anderer die Situation vor Ort kennt. Der gebürtige Deutsche, der seit langen Jahren in Venezuela lebt, ist Internationaler Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV), die für eine Fortsetzung und Vertiefung des nunmehr 18-jährigen bolivarischen Prozesses eintritt, der den Armen im Land eine Perspektive bietet. Das hindert sie nicht daran, Unzulänglichkeiten und Widersprüche in der Regierung zu kritisieren und sich konsequent gegen Korruption, Bürokratismus und Zugeständnisse an die Großkonzerne zu wehren.

Für Wimmer ist jedoch klar: Venezuela braucht keine Putschversuche, sondern Dialog, Achtung der Rechtsstaatlichkeit und ernsthafte politische Debatten über den ökonomischen und sozialen Kurs im Land.

Termin, Ort und Zeit: Freitag, 14.7., Konstanz, Hotel Barbarossa, 19.30 Uhr.
Eine Veranstaltung des Kreisverbands der Partei DIE LINKE und der DKP Bodensee.


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