Konstanzer LINKE unterstützt Aktionstag der Klinikbeschäftigten

20. September 2017  Baden-Württemberg, Inland, Region

Butterbrezeln für Krankenpflegerinnen und -pfleger – Mitglieder der Konstanzer LINKEN und Wahlkreiskandidat Simon Pschorr haben sich gestern mit einem Infostand vor dem Klinikum in Singen am Aktionstag der Gewerkschaft ver.di beteiligt. Als Zeichen der Unterstützung verteilten sie das Laugengebäck an Beschäftigte, die häufig genug nicht einmal mehr die ihnen zustehenden Pausen nehmen können. Kurz vor der Wahl haben Krankenhausbeschäftigte bundesweit am 19.9. mit Streiks und anderen Aktionen noch einmal auf den skandalösen Mangel an Personal in deutschen Krankenhäusern aufmerksam gemacht.

An 15 Kliniken in Baden-Württemberg, darunter auch Einrichtungen im Landkreis, hielten die Beschäftigten am Dienstag ihre gesetzlich vorgesehenen Pausen korrekt ein. Mit demonstrativem Pausemachen sollte auf den unerträglichen Zustand aufmerksam gemacht werden, dass gerade in der Pflege die Pausen in der Regel dem Arbeitsdruck zum Opfer fallen.

Das Arbeitszeitgesetz schreibt nach sechs Stunden Arbeit eine 30-minütige Erholungspause vor, während der man nicht verfügbar sein muss und den Arbeitsplatz verlassen kann. Tag für Tag wird dieses Gesetz unzählige Male gebrochen. Irene Gölz, ver.di-Landesfachbereichsleiterin, fand anlässlich der Aktionen deutliche Worte: „Ständig keine richtige Pause bei derartig belastenden Tätigkeiten ist keine Bagatelle. Es ist ein Spiel mit der Gesundheit der Beschäftigten und der Patienten, das wir nicht mehr länger mitspielen.“ Wie dramatisch sich die Überlastung auswirken kann zeigt sich im Singener Klinikum. Dort hat der Personalmangel inzwischen dazu geführt, dass auf der Intensivstation nicht mehr alle Betten belegt werden können, weil qualifiziertes Personal fehlt, wie Sylvia Nosko, die die ver.di-Geschäftsstellenleiterin für den Bezirk Schwarwald-Bodensee gegenüber Medien erklärt.

DIE LINKE unterstützt die gewerkschaftlichen Forderungen und fordert ein Umsteuern. „Es ist ein Skandal, dass Pflegekräfte buchstäblich bis zum Umfallen arbeiten müssen und gleichzeitig die Gesundheit der Patientinnen und Patienten gefährdet wird“, kritisiert der Bundestagsdirektkandidat Simon Pschorr die Gesundheitspolitik von Bund und Land. Die Gesundheitsreformen der letzten Regierungen habe die Ungerechtigkeit im Gesundheitssystem verschärft: „Bittere Realität ist: Wer arm ist, wird häufiger krank und stirbt früher“, so der Linke-Bundestagskandidat weiter.

Die Probleme in der Pflege sind seit Jahren bekannt: Eklatanter Personalmangel und ein ungerechtes Zwei-Klassen-System. In deutschen Krankenhäusern fehlen 100 000 Pflegekräfte. Unter den dramatischen Folgen leiden Krankenpflegerinnen und -pfleger ebenso wie Patientinnen und Patienten. „Deshalb fordern wir als LINKE eine Aufwertung von Pflegeberufen sowie eine gesetzliche Personalbemessung“, erklärt Simon Pschorr.

jüg


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