Es ist fünf nach Zwölf

01. Oktober 2018  Konstanz

Auf die Straße für Demokratie und Rechts­staatlichkeit, Humanität und Solidarität. Dazu ruft ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Religions­gemein­schaf­ten und zahlreichen zivil­gesell­schaftlichen Gruppen die Konstanzer Bevölkerung auf. Am kommenden Freitag soll mit einer Großdemonstration unter dem Motto „#wirsindmehr“ auch in der größten Stadt am See ein unmissverständliches Zeichen gegen den Rechtsruck gesetzt werden.

Die Vorkommnisse in Chemnitz, Köthen und anderen Städten gaben den Anstoß. Tausende Rechtsradikale ziehen, ausländerfeindliche Parolen grölend, durch die Straßen und demonstrieren ihre faschistische Gesinnung mit Hitlergruß, ein wütender Mob macht Jagd auf Menschen, die als „fremd“ stigmatisiert werden – erschreckende Bilder, die DemokratInnen aufrütteln müssen, sind die Demo-InitiatorInnen überzeugt. Doch nicht nur die Jagdszenen von Chemnitz, Köthen und anderswo sehen sie als Alarmzeichen. Dazu komme das nun „offen sichtbare, lange geleugnete Bündnis einer Bundestagspartei mit rechtsradikalen Gruppierungen“, heißt es im Bündnis-Aufruf mit Blick auf die AfD. „In bestimmten Kreisen scheint es heute salonfähig zu sein, Hass, Gewalt und nationalsozialistische Gesinnung offen zur Schau zu tragen, unterstützt von scheinbar ’normalen‘ Bürgern“.

In dieser Situation gehe es darum, „für Demokratie; Humanität und Solidarität auch in Konstanz dauerhaft ein Zeichen zu setzen und rechten Parolen und Strömungen eine klare Absage zu erteilen“, schreiben die das Bündnis tragenden Organisationen in einer Medienmitteilung. Zusammengefunden haben sich darin neben allen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen auch Gewerkschaften, Kirchen, Flüchtlingsgruppen und weitere zivilgesellschaftliche Initiativen (alle UnterstützerInnen siehe unten). „Mehr denn je“, fürchten sie, „drohen demokratische Werte keine Selbstverständlichkeit mehr zu sein“.

Mit der Demonstration am 5.10. durch die Konstanzer Innenstadt, für die OB Uli Burchardt die Schirmherrschaft übernommen hat, will das Bündnis die „bedingungslose Wichtigkeit“ von Werten wie Toleranz und Weltoffenheit herausstellen und verteidigen. Sie soll öffentlich manifestieren, dass „eine große Mehrheit der Bürger und Bürgerinnen unserer Stadt … sich für die Bewahrung unserer Demokratie und Grundrechte, für eine humane und solidarische Gesellschaft einsetzt.“

MM/jüg

Wer ist dabei? (Stand 28.9., Reihenfolge alphabetisch)

Amnesty International Gruppe Konstanz, AStA Uni Konstanz, Bodensee-Solidaritätsbündnis mit Afrin, Café Mondial Konstanz e.V., CDU Stadtverband Konstanz, DGB Konstanz, DIE LINKE im Kreis Konstanz, FDP Stadtverband Konstanz, Freie Grüne Liste Konstanz, Freie Wähler Konstanz, Friedensinitiative Konstanz, IG Metall, Jüdische Gemeinde Konstanz, Junges Forum Konstanz, Jusos Konstanz, Konstanzer Seebrücke – Schafft sichere Häfen, Linke Liste Konstanz, linksjugend[’solid] / dielinke.SDS Uni Konstanz, Neuwerk Genossenschaft, Pulse of Europe, Save me Konstanz e.V., SPD Konstanz, SSV Stadtsportverband Konstanz, Stolpersteine Konstanz, Universität Konstanz, ver.di, VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz

Termin: 5. Oktober 2018
Treffpunkt: 16.00 Uhr Konzilvorplatz am Haupteingang
Route: Konzilstraße, Bahnhofstraße, Rosgartenstraße, Marktstätte, Fischmarkt, Zollernstraße, Wessenbergstraße, Münsterplatz
Kundgebung: ca. 17.30 Uhr am Münsterplatz

Mehr Informationen auf der Facebook-Seite des Bündnisses


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