Konstanzer Stadtwerke vermieten Fähre an rechte Band

16. Oktober 2018  Allgemein, Konstanz

Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt war ganz vorne mit dabei, als am 5. Oktober 1500 Menschen in Konstanz gegen die Rechtstendenzen in der deutschen Gesellschaft demonstrierten. Gerade mal eine Woche später konnte die Band „Frei.Wild“, der KritikerInnen vorwerfen, in ihren Songs rechtes Gedankengut zu transportieren, auf einer Fähre der Stadtwerke einen Gig für geladene Fans absolvieren. Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen GmbH: Der Konstanzer OB. Die Linke Liste Konstanz will von Burchardt und Stadtwerkchef Reuter wissen, ob sie im Vorfeld wussten, wer da die Fähre Lodi gemietet hatte.

Samstag abend füllte sich der Platz am Konstanzer Fährehafen (siehe Bilder). Fans der nationalistisch-völkischen Rechtsrockgruppe Frei.Wild waren aus ganz Baden-Württemberg und den Nachbarländern Schweiz und Österreich zusammengekommen, um einem Konzert der umstrittenen Südtiroler Band auf der Konstanzer Fähre „Lodi“ beizuwohnen. Organisiert wurde der Auftritt von Frei.Wild-Unterstützern, Eintritt gab es nur für „geladene Gäste“.

Schon vor gut einer Woche wurde in gut informierten Kreisen über den Auftritt geredet. seemoz fragte umgehend bei den Stadtwerken nach, doch angeblich wusste man dort nichts von dem geplanten Konzert. Kaum mehr als eine Woche ist es her, dass 1500 Konstan­zerInnen durch die Stadt zogen, um gegen den Rechtsruck in unserer Gesellschaft zu demonstrieren – mit Oberbürgermeister Uli Burchardt an der Spitze. Der wiederum ist Aufsichtsratsvorsitzender der Konstanzer Stadtwerke und der Bodensee-Schiffsbetriebe und sollte eigentlich Bescheid wissen, wem die Fähren für Veranstaltungen überlassen werden und wer sich da auf städtischem Gelände versammelt. Da tauchen viele Fragen auf. Wir bleiben dran. (jüg/seemoz, Fotos: hr)


Ein Kommentar zu „Konstanzer Stadtwerke vermieten Fähre an rechte Band”

  • Johann Schurischuster sagt:

    Ich stelle mir als Österreicher immer wieder die Frage: „Was ist in Deutschland los?“ Bei uns in Österreich gibt es das antifaschistische Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW). Das DÖW ist eine Stiftung, die gemeinsam von der REPUBLIK ÖSTERREICH, der Stadt Wien und dem Verein Dokumentationsarchiv getragen wird und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Basis natürlich auch mit dem Rechtsextremismus von heute in allen Formen. Hier ist die Beurteilung von Frei.Wild durch einen staatlich anerkanntem Experten des DÖW: „Die Vergangenheit des Sängers war bedenklich, aber mittlerweile würde ich der Band aufgrund ihrer Positionierung GEGEN RECHTS sogar eine VORBILDWIRKUNG für ihre jungen Fans aussprechen.“ (https://www.noen.at/st-poelten/rechter-schatten-wilde-vergangenheit-top-11394083)

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