Konstanzer Studierende sind „sauer auf Bauer“

22. Oktober 2018  Konstanz

Schon im Vorfeld hatte der Besuch von There­sia Bauer beim Dies Academicus an der Uni­ver­si­tät Konstanz für Wirbel gesorgt. Die Wissen­schaftsministerin wollte Neurektorin Kerstin Krieglstein in ihr Amt einführen. Von Studie­ren­den kam es vor und während der Veran­stal­tung am vergangenen Freitag zu Pro­testen gegen die Hochschulpolitik der grün-schwar­zen Landesregierung. Haupt­kritik­punkte: Die Streichung des politischen Man­dats der Studie­ren­den­schaf­ten sowie die Stu­dien­gebühren für Nicht-EU-AusländerInnen.

Bereits 45 Minuten vor Beginn der akademischen Feierstunde wurde es im Foyer der Universität merklich unruhig. Mit bunten Transparenten warteten gut 30 Studierende, darunter auch Genoss*innen von Die Linke.sds, auf die Ministerin. Einige von ihnen legten sich in Anlehnung an die von Bauer eingeführten Gebühren als „Bildungshürden“ vor die Türen des bereits festlich geschmückten Audimax. Von Seiten der eintreffenden Gäste, die sich sogleich an das Übersteigen der „Bildungshürden“ machten, wurde die Aktion mit Neugier und Interesse verfolgt.

„Bildung für alle, sonst gibt’s Krawalle!“

Sichtlich irritiert zeigte sich dann Theresia Bauer bei ihrem Aufeinandertreffen mit den Studierenden. Die „Bildungshürden“ meisterte sie erwartbar ohne größere Mühe. In ihrer Ansprache während des Festakts stellte sie dann klar, dass man sich über die Notwendigkeit von breit verfügbarerer Bildung einig sei und nur über das Wie streite. Den ihr geltenden Protest halte sie aber für unangebracht. In Richtung der Studierenden, die ihr in den Saal gefolgt waren und während der Veranstaltung die bunten Transparente von den Oberrängen entgegenhielten, mahnte die Ministerin mehr Dialogbereitschaft an.

Allerdings: „Was Theresia Bauer unter Dialog mit der Studierendenvertretung versteht, sind unserer Erfahrung nach eher einseitige Unterrichtungen durch die Ministerin“, berichtet Leonard von Woedtke von der Landesstudierendenvertretung. Das neuerliche Angebot nehme man ernst, erwarte aber mehr Verständnis für studentische Anliegen als bisher.

Merklich entspannter als Bauer reagierte Rektorin Kerstin Krieglstein, die als Gastgeberin durch die Veranstaltung führte. Die Protestaktion der Studierenden sei deutlich, klar und sachorientiert gewesen, heißt es von Seiten der Universität. Tanja Rebmann von der lokalen Studierendenvertretung resümierte zufrieden: Die Reaktionen zeigten, dass die Aktion ein Erfolg und damit ein sichtbares Zeichen gegen die hochschulpolitischen Missstände gewesen sei.

dsc (Text und Foto)


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