Linke Kreisrätin will in den Landtag

(Pressemitteilung) Antje Behler bewirbt sich um die Landtagskandidatur der LINKEN im Wahlkreis Konstanz/Radolfzell. Die 24-jährige Lehramtsstudentin möchte sich für ein gerechteres Bildungssystem stark machen und setzt sich für eine mieter*innenfreundliche Wohnungspolitik ein. Der Kreisvorstand begrüßt ihre Kandidatur.

Mit ihrer Wahl in den Kreistag im vergangenen Jahr hatte Antje Behler selbst nicht wirklich gerechnet. Auf der Liste hochgewählt, ergatterte die Studentin einen Ergänzungssitz und bildet seitdem mit Sibylle Röth, die sich um die Ersatzkandidatur bewirbt, und Simon Pschorr die jüngste Fraktion im Konstanzer Kreistag. Behler lebt seit 2014 in Konstanz: „Ursprünglich, um hier zu studieren, mittlerweile ist mir diese schöne Stadt aber auch außerhalb des Campus sehr ans Herz gewachsen.“

In der Landespolitik wird sich die Lehramtsstudentin mit den Fächern Deutsch und Französisch besonders für eine bessere Bildungspolitik einsetzen: „Ich möchte, dass der Bildungs- und damit auch der weitere Lebensweg von Kindern nicht weiter vom Geldbeutel der Eltern abhängt“, erklärt Behler. Um das umzusetzen, brauche es neben kostenfreien KiTas auch einen besseren Betreuungsschlüssel für Lehrkräfte und Sozialarbeiter*innen sowie umfassend digital ausgestattete Schulen. Dabei dürfe das Land die Kommunen nicht allein lassen, sondern müsse finanzielle Unterstützung leisten.

Engagieren will sich Behler zudem für eine sozialere Wohnungspolitik. „Es kann nicht sein, dass Menschen die Hälfte ihres Einkommens oder noch mehr für ihre Miete ausgeben müssen und am Ende noch aus der Stadt verdrängt werden, weil sie das nicht mehr können“, so Behler. Ein Mietendeckel kann ihrer Ansicht zufolge steigenden Mietpreisen in den Städten entgegenwirken. Um die Mieten mittelfristig auch wieder sinken zu lassen, gelte es überdies, die Marktmacht großer Konzerne wie Vonovia zu durchbrechen. „Die öffentliche Hand muss durch Investitionen in den sozialen Wohnungsbau wieder stärker in den Markt eingreifen und dadurch Spekulanten in die Schranken weisen!“, fordert Behler.

Im Kreisvorstand der LINKEN freut man sich über ihre Kandidatur. „Ich habe Antje als beherzte Mitstreiterin für eine gerechtere Gesellschaft kennengelernt und unterstütze ihre Bewerbung selbstverständlich“, erklärt Kreissprecher Jürgen Geiger. Rückenwind gibt es auch von den Fraktionskolleg*innen. „Mit Antje Behler würde eine offene, engagierte junge Frau mit tollen Ideen in der Bildungspolitik für die LINKE antreten. Ich bin stolz, dass wir Genoss*innen wie sie haben“, kommentiert Linke-Kreisrat Simon Pschorr die Bewerbung.

Um für ihre Partei in den Wahlkampf zu ziehen, benötigt Behler noch das Votum der Basismitglieder. Die Aufstellungsversammlung ist laut Kreisverband der LINKEN für den 15. Juli geplant. Weitere Kandidaturen liegen nach Angaben des Kreisvorstands derzeit nicht vor.

Als Ersatzbewerberin wird sich mit Mitte Juli ein weiteres Mitglied der linken Kreistagstruppe zur Wahl stellen: Die Konstanzer Historikerin Sibylle Röth ist Vorsitzende der Linksfraktion im Kreistag. Besonders gefreut hat den Vorstand der Kreislinken, dass sich zwei Frauen bewerben. Um patriarchalische Strukturen in Beruf und Familie zu knacken, muss progressive Politik weiblicher werden, ist Kreissprecher Geiger überzeugt. „Gerade im baden-württembergischen Landtag sind Frauen beschämend unterrepräsentiert. Das muss sich endlich ändern.“

Terminhinweis

Aufstellungsversammlung für den Wahlkreis 56 – Konstanz/Radolfzell
Mittwoch, 15. Juli 2020, ab 19 Uhr, Konzil Konstanz, Hafenstraße 2, 78462 Konstanz


Ein Kommentar zu „Linke Kreisrätin will in den Landtag”

  • Dennis Riehle sagt:

    Mit Antje Behler bewirbt sich eine engagierte und überzeugte LINKE Kandidatin, die durch ihre vernunftbezogene Politik bereits im Kreisparlament Erfahrung gesammelt und mit sozialen Themen gepunktet hat. Sie arbeitet mit Akribie an Visionen, für die sie brennt – und steht mit Vehemenz für Anliegen ein, die eine gerechtere Gesellschaft schaffen. Sie ist für die Landtagswahl ein wahrer Gewinn, denn Baden-Württemberg fehlt es an frischer Politik, nachdem sich das Ländle seit Jahren wieder konservativ gibt.

    Ihr Einsatz für eine gerechte Bildungspolitik und bezahlbares Wohnen ist gerade in diesen Zeiten so wichtig, flankiert sie damit doch nicht nur in der Corona-Pandemie Eckpfeiler eines solidarischen Miteinanders. Ich bin mir sicher, dass die linke Bewerberin um ein Mandat im Stuttgarter Landtag mit viel Herzblut, Weitsicht und Verstand bei den Wählern punkten kann, denn sie überzeugt stets mit wirklichkeitsnahen Lösungen, praktischen Anregungen und rationalen Forderungen für ein modernes, offenes und tolerantes Land.

    Diese wird sie auch im Wahlkampf den Menschen im hiesigen Wahlkreis nahebringen. Der Rückhalt aus der eigenen Partei wird ihr sicher sein, schließlich verheißt bereits ihre Bewerbung große Leidenschaft und die Bereitwilligkeit, sich mit Kraft und Energie für ein Wahlprogramm einzusetzen, das sich in aller Deutlichkeit von den Konkurrenten der anderen Parteien abhebt. Es braucht eine linke Stimme für Baden-Württemberg, nachdem uns Grün-Schwarz mit Rückwärtsgewandtheit um den Fortschritt gebracht hat.

    Als junge Kandidatin lässt Behler zwar nicht nur die Zielsetzungen ihrer eigenen Generation ins Duell um einen Sitz im Landtag einfließen; ihre authentischen Standpunkte greift sie aber sicherlich von der Bewegung ab, die nicht nur bei „Fridays for Future“ für eine zukunftsfähige Welt demonstrieren. DIE LINKE braucht in Baden-Württemberg solche Kandidaten, die den Zeitgeist in mehrheitsfähige Positionen gießen – denn erwartungsgemäß ist das hiesige Pflaster für die Partei schwerlich zu erklimmen.

    Ich wünsche Antje Behler von Herzen viel Erfolg für ihre Bewerbung, später vor allem Freude und Durchhaltevermögen in einem sicherlich anstrengenden, aber bereichernden Wahlkampf. Ich selbst werde versuchen, sie in ihrem Ansinnen zu unterstützen und rufe DIE LINKE dazu auf, ihre Kandidatur mit Nachdruck zu fördern. Um ein beachtliches Resultat zu erreichen, bedarf es nicht nur eines breiten Rückhalts für ihre Bewerbung, sondern den Willen, unsere Partei in Regierungsverantwortung zu führen.

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